touch & feel

Öfen und Kamine sind langlebige und stilprägende Einrichtungsobjekte, weshalb es beim Kauf nicht nur auf reine Leistungsdaten und die Technik ankommt, sondern besonders auch auf das Aussehen. Dabei spielen die Verkleidungsmaterialien, die die Ofenhülle bilden, eine entscheidende Rolle. Sehen Sie selbst, fühlen Sie selbst …

Keramik:

Keramik ist ein sehr traditioneller Baustoff, der seit Jahrhunderten im anspruchsvollen Ofenbau verwendet wird – und der auch Jahrhunderte überdauern kann. Historische Kachelöfen aus dem Rokoko und noch davor zeugen davon. Doch lassen Sie sich nicht täuschen: Keramik ist nicht nur der klassische Werkstoff für den typischen grünen Schüssel-Kachelofen in der rustikalen Almhütte, sondern mit ihm können Öfen genauso gut im sachlichen Bauhaus-Stil gestaltet werden. Dabei ermöglichen unterschiedliche Glasuren das freie Spiel mit Farben und Texturen. Auch Mixturen sind möglich. In der Formgebung ist man bei Keramik sowieso ungebunden. Die handwerkliche Herstellung der Keramik ist ein aufwändiger Prozess, bei dem das Material eine lebendige, warme Ausstrahlung und Haptik bekommt. Die „wirkt“ selbst dann, wenn der Ofen aus ist.

Lehm / Putz:

Vermutlich waren schon die ersten Feuerstätten der Höhlenbewohner aus Lehm gebaut – aus gutem Grund, denn das Material hat faszinierende raumklimatische Eigenschaften (unter anderem wirkt es feuchteregulierend) und weist eine überlegene Wärmespeicherfähigkeit auf. Diese sanfte Strahlungswärme wird über viele Stunden wieder abgegeben. Lehm ist ideal für den handwerklichen Grundofenbau geeignet und kann direkt vor Ort in Form gebracht werden. Optisch mit den Lehmöfen verwandt sind die mit herkömmlichem Hafnermörtel sichtverputzten Öfen. Solche Putzöfen werden oft mit Heizeinsätzen ausgestattet, und das Oberflächenmaterial wird gern mit Kacheln kombiniert.

Stahl/Edelstahl:

Seit vielen Jahren kommen auch Walzstähle im Ofenbau zum Einsatz – und dies nicht nur, weil das Material bei guter Haltbarkeit industriell preisgünstiger verarbeitet werden kann. Stahl bietet gegenüber Gusseisen völlig andere Gestaltungsmöglichkeiten – unter anderem, was die Stückgröße der einzelnen Bauteile betrifft. Außerdem heizen Stahlöfen (wegen ihrer dünneren Hülle) besonders schnell durch. Sie können einen Raum innerhalb kürzester Zeit erwärmen – ideal für das rasche Genussfeuer am Feierabend. Ist das Feuer aus, kühlen Stahlöfen allerdings genau so schnell wieder ab. Mit angerostetem Stahl und Edelstahl lassen sich außerdem aufsehenerregende künstlerische oder „architektonische“ Feuerstätten schaffen. Die meisten Kaminöfen haben einen Mantel aus Walzstahl.

Naturstein:

Naturstein ist ein in Millionen von Jahren entstandenes Naturmaterial, das je nach Ursprung und Zusammensetzung sehr unterschiedliche optische Wirkung und auch unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf die Wärmespeicherung/-leitung aufweist. Wegen der nie völlig gleichen Materialstruktur ist jeder mit Naturstein gebaute Ofen oder Kamin ein Unikat. Auch der meist graue Speckstein zeichnet sich durch gute Wärmespeicherfähigkeit aus, die allerdings nur bei massiven Specksteinöfen zum Tragen kommt. Beim gewöhnlichen Kaminofen hat eine Specksteinverkleidung lediglich dekorativen Charakter. Beliebt ist Naturstein auch bei Kaminumrahmungen. Hier kommt häufig Marmor zum Einsatz.

Glas:

Glas ist unter den Ofenverkleidungsmaterialien eines der jüngsten. Entsprechend modern wirken auch die damit eingekleideten Feuerstätten. Um das Material überhaupt für diesen Zweck einsetzen zu können, bedurfte es der Entwicklung der feuerfesten Glaskeramik. Glas(keramik) bietet völlige Freiheit bei der farblichen Gestaltung, entweder durch hitzefeste Speziallacke oder durch Beschichtungen. Dabei sind auch Oberflächen mit Metalleffekten möglich.

Emaille:

Wer kennt sie nicht, die elfenbeinfarben emaillierten Küchenherde aus dem frühen 20. Jahrhundert. In diesem Segment wird das glänzende und robuste Material nach wie vor oft eingesetzt. Unter der Emaillebeschichtung befindet sich meist ein Korpus aus Stahl oder Gusseisen. Eine Emaillierung kann ebenfalls in unterschiedlichsten Farbtönen ausgeführt werden. Das macht Herdöfen im Antik-Stil nicht nur für den Einsatz in der Küche interessant, sondern auch als Eyecatcher im Wohnbereich.

Gusseisen:

Gusseisen zählt zu den ältesten Materialien im Ofenbau überhaupt. Es ist sehr hitzebeständig, dauerhaft und verzugarm, sodass es auch direkt im Feuerraum verwendet werden kann. Außerdem hat Gusseisen eine hervorragende Wärmeleitfähigkeit. Die klassischen Kanonenöfen, aber auch viele Kaminöfen („Schwedenöfen“) sowie Heizeinsätze für Kachelöfen bestehen aus Gusseisen.

Oberflächen