Schönheit für jeden Tag

Um die Jahrtausendwende hat Thomas Berktold seine Liebe zu Porzellan entdeckt. Seitdem arbeitet er damit an der Töpferscheibe, um insbesondere der Tischkultur mit seinem Beitrag schöne und nachhaltige Aspekte zu verleihen. In seiner Innsbrucker Porzellan Werkstatt & Porzellan Manufaktur betreibt er Kunsthandwerk vom Feinsten.

Buntes Gedeck aus Porzellan, frei gedreht auf der Töpferscheibe; 1040°.

Vom Ausgangspunkt der Ideenfindung bis zum Verkauf der fertigen Ware realisiert Thomas Berktold alles selbst und verbringt einen Großteil seiner Zeit in seinem Arbeitsbereich. Jedes Stück muss innerhalb einer knapp bemessenen Zeitspanne fertig sein; die Effizienz der Arbeitsabläufe muss immer wieder durchdacht werden, denn im Gegensatz zu maschinell erzeugter Industrieware stellt die Arbeit bei Einzelanfertigungen den Hauptkostenfaktor in der Produktion dar.

Bewusstsein für Tischkultur schaffen

Vom „Erdklumpen“ zum Endprodukt sind es viele Einzelschritte, die, jeder für sich, Kopf und Hand eines geübten Fachmannes erfordern. Jeder Gegenstand wird hinsichtlich seiner Sinnhaftigkeit und seiner Funktionalität im Alltag geprüft. „Ein Geschirr z. B. muss einiges können und vielseitig sein“, meint Thomas Berktold. Dabei gehe es nicht nur darum, was ein Gegenstand könne, sondern ebenso darum, welche Wirkung er auf seinen Benutzer ausübe. Ein schlichter Teller oder Becher könne dazu beitragen, ein tieferes Bewusstsein für die Ess-, Trink- und Tischkultur zu entwickeln; das Ritual der Mahlzeiten solle somit verfeinert und verschönt werden, weshalb Speis und Trank aus handgefertigten
Gefäßen sinnvoll sei.

Schalen aus Porzellan, frei gedreht auf der Töpferscheibe; 1040°.

Geschirr für den täglichen Gebrauch

Grundsätzlich geht es Thomas Berktold bei seinen Geschirrentwürfen darum, zwei Aspekte unseres Lebens miteinander zu verknüpfen: „die Freude, die uns feines Porzellan macht, indem wir es täglich benützen, und die Lust, die uns gutes Essen bereitet, zusammenzubringen“. Dennoch betrachtet er seine Arbeiten nicht als Kunst-, sondern eher als Gebrauchsgegenstände: „Ich möchte, dass die Menschen das Handwerk sehen.“ 

Zu Beginn seiner Töpferexistenz war Thomas Berktold davon überrascht, wie viele Menschen, quer durch alle gesellschaftlichen Schichten, für sein spezielles Handwerk Interesse zeigten. Mittlerweile bietet er seine Produkte auch auf Töpfermärkten im In- und Ausland an, wobei es ihm neben dem Verkauf ebenso um das  motivierende und inspirierende Gespräch mit dem Käufer geht. Daheim in seiner Werkstatt ist er bestrebt, mit seinen Händen und „einem Batzen Erde etwas Sinnvolles zu machen“ und empfängt Interessierte in seinem Schauraum.

Feines aus zartem Porzellan

„Im Grunde ist es doch der Tisch, an dem in besonderem Maße das Herz aller Sehnsuchtsorte schlägt.” Dieser Satz von  Oliver Jahn scheint sich geradezu explizit auf das Geschirr zu beziehen, das Thomas Berktold in seiner Werkstatt mit Leidenschaft und Bravour für unsere täglichen Rituale kreiert, denn – Quintessenz und Basis seiner Sichtweise – Tischkultur bedeutet für ihn Alltagskultur. 

Es sind Sehnsuchtsmomente, an die wir denken, wenn wir dieses handgefertigte Porzellangeschirr betrachten;  wir denken dabei an Freude und Genuss. Die erste Tasse Kaffee in der Früh, der liebevoll gedeckte Tisch für den Brunch mit Freunden im Garten, das entspannte Abendessen mit der Familie an einem Winterabend sind Gelegenheiten zu einem beglückenden Erlebnis mit ästhetisch hochwertigem  Porzellangeschirr für täglich feines Essen und Trinken. Sämtliche Produkte, die seine Manufaktur verlassen, sind alltagstauglich, lebensmittelecht und spülmaschinenfest – und eine wahre Augenweide für Genussfreudige.

Alle Stücke frei gedreht!

Bestes französisches Porzellan aus Limoges bildet das wertvolle Rohmaterial, aus dem Gebrauchsgeschirr feinster Güte entsteht. Ungewöhnlich und daher besonders erwähnenswert ist, dass alle Stücke nicht gegossen, sondern auf der Töpferscheibe frei gedreht und danach in mehreren Schritten – insgesamt sind es  20, die jedes einzelne Porzellanobjekt  bis zu seiner Vollendung benötigt – behutsam und sorgfältig bearbeitet werden. Dieses Herstellungsverfahren gilt als Königsdisziplin, weil es viel Können und Wissen verlangt – Thomas Berktold ist einer der wenigen, die es souverän beherrschen. Üblicherweise wird die feinste der keramischen Massen gegossen, wodurch identische Serienware entsteht.

Garantiert dichte Unikate 

Nach dem ersten Brand bei 1040°c werden die Porzellanteile mit einer transparenten, teils mit Farbkörpern eingefärbten Feldspatglasur überzogen. Aus dem wertvollen weichen, organischen Material werden nach dem zweiten Brand bei 1270°c sehr harte, stabile und garantiert dichte Unikate. Aus der Plastizität, Transparenz und Stabilität des Porzellans ergibt sich Thomas Berktolds Formensprache, die sich, zum Markenzeichen avanciert, in den dabei entstehenden Porzellangeschirrteilen und -accessoires wiederfindet. Nicht umsonst ist Porzellan die feinste keramische Masse und das Kaolin aus der Region um Limoges für seine einzigartige Qualität weltberühmt.

Thomas Berktold variiert das Gebrauchsgeschirr durch sparsamen Einsatz von Farbe und mildert die formale Strenge durch humorvolle Einfälle. Bei ihm ist jedes Objekt ein handgefertigtes Einzelstück und jeder Handgriff das Ergebnis jahrelanger Erfahrung.

Das Material bezwingen

Das Material zu bezwingen, wie er aus eigener Erfahrung weiß, kann mehrere Jahre dauern. Der Werkstoff bringt spezifische Eigenschaften mit, aus denen sich seine ganz besondere Ästhetik und sein charakteristischer Ausdruck ergeben und die auch die feinen Arbeiten, die man im Sortiment von Thomas Berktold  findet, ermöglichen.

Ein Charakteristikum von Porzellan entspricht auch einer alten chinesischen Weisheit, die besagt, dass man Lebensmittel nur in der Temperatur zu sich nehmen soll, in der man Gefäße auch halten kann. Wer seinen Kaffee aus einer französischen Bol von Thomas Berktold trinkt, wird  ihn somit nie wieder zu heiß oder zu kalt trinken, denn sobald man die Bol angreifen kann, ist der Kaffee punktgenau richtig temperiert und wird zum Genuss.

Vielfältiges Porzellan

Zart und resistent, poetisch und praktisch ist das Material Porzellan – eine  äußerst lebendige Substanz, die sich innerhalb des Schaffensprozesses kontinuierlich verändert und die jedes Objekt zum Einzelstück werden lässt. Der Werdegang von Porzellan gleicht den Stadien eines Lebenszyklus: Der erste Zustand ist nahezu flüssig; danach wird es fast ledrig, aber immer noch formbar; anschließend wird es vorgebrannt und schrumpft plötzlich; zuletzt bekommt es die Festigkeit und die einzigartige haptische Prägung, für die wir Porzellan lieben. Thomas Berktold entwirft aus diesem edlen Material Dinge, die man täglich benutzt, die selbstverständlich sind und den Alltag bereichern. Er versucht, diese Dinge neu zu denken und sie mit seiner Auffassung von Genuss und Freude zu verbinden. Es geht ihm darum, einen harmonischen Rahmen zu schaffen – etwa für ein liebevoll zubereitetes Gericht – und die kulinarische Kreation und die entsprechende Atmosphäre damit zu würdigen.

KONTAKT:

Porzellan Werkstatt & Porzellan Manufaktur Thomas Berktold
Ing.-Etzel-Straße 132 / Viaduktbogen, A-6020 Innsbruck

Telefonische Anmeldung erbeten.

Tel.: + 43 650 7 84 04 37
thomas@porzellanwerkstatt.at
www.porzellanwerkstatt.at

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